Nürtinger Zeitung, 21.03.2007, Sonderbeilage "IM BLICK"

Stabile Geschäfte mit der Umwelt
Wenzelburger Transportbeton- und Kieswerke sorgen für Baustoffmengen und Ausgleich in Natur
 
 
 

(rg) Im Global Training Center von Daimler-Chrysler in Stuttgart steckt er drin, am Echterdinger Ei fährt man darüber und in Beuren drunter durch: Beton der Firma Wenzelburger aus Neckartailfingen, Stuttgart oder Reutlingen sorgt in allen möglichen Großbauwerken der Region für Stabilität, und das oft gleich mit mehreren tausend Kubikmetern Volumen.

Angefangen hatte alles wohl mit Eimer und Schaufel zum Ende des 19. Jahrhunderts: Damals hatte Carl Wenzelburger, Wirt des Gasthauses zum Löwen, auf diese Weise Kies und Sand aus dem Neckar geholt ein damals durchaus übliches Unterfangen, um den Eigenbedarf beim Bauen zu decken.

Bernhard Edinger

Sein Sohn, der später als Betreiber des Gasthauses und der zugehörigen Landwirtschaft in die Fußstapfen seines Vaters trat, hat später mit der maschinellen Förderung des Kieses begonnen, wie Bernhard Edinger, Geschäftsführer der Wenzelburger Transportbeton und Kieswerke, erzählt: 1949 trat dann Karl Wenzelburger, der heutige Hauptgesellschafter des Unternehmens, in die Firma ein und begann hauptberuflich mit dem Kies- und Sandabbau. So entstand zum Beispiel der Aileswasensee, aber auch in Ertingen und Unlingen wurde mit dem Abbau solcher Rohstoffe begonnen schon 1964 ging es bei Wenzelburger mit dem Transportbeton in Neckartailfingen los, und der erwies sich als florierendes Geschäft. Knapp fünf Jahre später kam in Stuttgart-Vaihingen ein zweites Betonwerk hinzu. Die weitere Expansion geschah 1996 mit der Übernahme der Frischbeton GmbH & Co. Mobilbeton in Frickenhausen, und mit der Weimar Transportbeton GmbH & Co. KG kauften die Neckartailfinger 1998 die Standorte Reutlingen-Altenburg und Betzingen hinzu. Zudem ist man auch an verschiedenen Transportbetonwerken in jenen Regionen beteiligt, wo das Unternehmen heute noch Kies und Sand schürft.

Diese beachtliche Größe äußert sich auch in der Mitarbeiterzahl: Rund 20 Leute haben wir im Kiesabbau und 35 im Bereich Transportbeton beschäftigt, so Edinger, der trotz der im Vergleich zum Vorjahr etwas nachlassenden Nachfrage zuversichtlich ist, dass auch 2007 ein mengenmäßig gutes Jahr für die Kies- und Transportbetonwerke unter der Regie des Neckartailfinger Unternehmens wird.

Gute Referenzen für weitere große und kleine Projekte hat man im Großraum zwischen Reutlingen, Tübingen und Stuttgart allemal vorzuweisen: Zum Bau des Airporthotels Stuttgart hat man im vergangenen Jahr etwa 14 000 Kubikmeter Beton beigesteuert, und für das Schulungszentrum der Daimler-Chrysler AG in Stuttgart mussten gar rund 22 000 Kubikmeter des Baustoffs angerührt und geliefert werden.

Die hohen Silos, die so markant am Ortseingang Neckartailfingens stehen, sind so ausgelegt, dass unterschiedlichste Beton-Qualitäten auf Knopfdruck zusammengemischt werden können, um dann in optimaler Zusammensetzung und gewünschter Menge in einen Fahrmischer zum Transport abgefüllt zu werden. Erstellt wird die Rezeptur im Leitstand des Transportbetonwerks, wo ein Disponent dem Beton auch Chemikalien zusetzen kann, um erwünschte Eigenschaften des Zement-Sand-Wasser-Gemischs zu erzielen: So können zum Beispiel Komponenten hinzugefügt werden, die es erlauben, den Beton auch bei niedrigen oder hohen Temperaturen zu verarbeiten.

Eines der nächsten Großprojekte wird der Neubau des Nürtinger Klinikums auf dem Säer sein, wo man den Zuschlag zur Lieferung des Betons bekommen hat. Gut 23 000 Kubikmeter werden hierfür in diesem und im kommenden Jahr benötigt. Das klingt nach guter Auftragslage, doch laut Edinger lastet das die vorhandenen Kapazitäten noch lange nicht aus: Bei den Lieferungen für das Echterdinger Ei hatten wir Tage, an denen wir bis zu 1500 Kubikmeter in zwölf Stunden aus zwei Werken liefern mussten damit waren wir wirklich gut ausgelastet, erinnert sich der Geschäftsführer.

Dass die Neckartailfinger Betonexperten dennoch dauerhaft gute Auslastungen für Anlagen und Mitarbeiter erzielen, liegt in mehreren Aspekten des Unternehmens begründet: So ist es mittlerweile üblich, gerade für Großprojekte auch Samstagsarbeit zu leisten.

Die großen Bauunternehmen arbeiten meist mit Subunternehmern aus dem Ausland, deren Arbeiter ohne Betonlieferung über das Wochenende herumsitzen müssten die möchten aber lieber arbeiten, und wir machen das möglich. Wenn nötig gibt es sogar rund um die Uhr das Baumaterial aus den Werken der Wenzelburger Transportbetonwerke. Es kommt jedoch nicht allzu oft vor, dass eine Nachtlieferung gewünscht wird, so Edinger, der das aber im Interesse der Mitarbeiter und der Anwohner auf Dauer auch nicht gerne sehen würde.

Weiterer strategischer Vorteil ist die eigene Fahrzeugflotte, die unter anderem aus zwölf Fahrmischern besteht und durch sechs Umsattler ergänzt wird, die entweder einen Trommelmischer oder einen Kiesauflieger ziehen können. Wenn wir die Sattelzugmaschinen nicht für den Betontransport benötigen, fahren sie Kies, erklärt Edinger.

Ökologisch fragwürdige Leerfahrten gebe es dabei nicht, wie er weiter ausführt: Wir nutzen jede Rückfahrt so weit wie möglich für den Transport von Erdaushub, um die von uns ausgehobenen Kiesgruben zu renaturieren.

So entstünden auf den ehemaligen Abbau-Geländen wieder wertvolle Ackerflächen oder Seen, die eine Landschaft sogar aufwerten könnten. Entsprechenden Auflagen des Gesetzgebers zu dieser Renaturierung komme man gerne nach: Natürlich ist das auch eine finanzielle Belastung, aber wir sehen das auch als unsere moralische Verpflichtung an, unseren Eingriff in die Natur wieder zu heilen. Dass das ein echter Gewinn sein kann, sieht man an den Schwarzachtalseen bei Ertingen und dem Aileswasensee:

Es wurden Flachwasserzonen zum Baden angelegt, beim Kies- und Sandabbau gleich eine natürlich wirkende spätere Uferlinie berücksichtigt und abschließend für Bepflanzung gesorgt. So wurden aus Kiesentnahmen Biotope und Naherholungsgebiete, die zu echten Erholungs- und Wirtschaftsfaktoren der angrenzenden Gemeinden geworden sind.

Weithin sichtbares Industrie-Wahrzeichen sind die Silos, an denen täglich Hunderte Kubikmeter Beton gemixt und abgefüllt werden.


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